Grußwort Sommer 2008

Der Altertumsverein für Alzey und Umgebung, der im vorletzten Jahr sein 100-jähriges Bestehen gefeiert hatte, wird im September an zwei Stellen in Alzey für historische Verbesserungen sorgen. Vor einiger Zeit wurden die Tafel am Gymnasium am Römerkastell, die die dort vorhandenen Ruinen erklärten, entfernt. Hier wird der ATV am Tag des Offenen Denkmals, am 14. September, eine neue Tafel enthüllen, die auch dem inzwischen veränderten Stand der wissenschaftlichen Forschung über das Alzeyer Römerkastell Rechnung tragen wird. In Verbindung mit der Geschichts-Arbeitsgemeinschaft des Gymnasiums am Römerkastell wird ein abwechslungsreiches Programm für diesen Tag vorbereitet. Über diese Zusammenarbeit mit Schülern und Lehrern ist der Verein sehr erfreut, da es immer ein besonderes Anliegen des Vereins gewesen ist, das Interesse junger Menschen für die Geschichte ihrer Heimat zu wecken.

Eine Woche vorher, am 7. September – am Europäischen Tag der jüdischen Kultur -, wird das neu gestaltete Denkmal für Marianne Strauss der Öffentlichkeit übergeben. Dieses Denkmal für ein jüdisches Mädchen, das 1942 als 15-Jährige zusammen mit ihrer Mutter deportiert und ermordet wurde, steht vor ihrem Elternhaus in der Selzgasse in Alzey. Es entstand 1993 im Rahmen eines Projektes an der Volkerschule, in dem sich 16 Schüler und zwei Lehrer mit der jüdischen Kultur und insbesondere mit dem Schicksal der etwa gleichaltrigen Marianne Strauss befassten. Es entstanden Tonkacheln, die sich auf ihr Leben und ihre Familie bezogen.

Dieses Denkmal führte bisher ein Schattendasein und war auch häufig von Mülltonnen zugestellt. Nur Eingeweihte wussten davon und den meisten Vorübergehenden wird es kaum aufgefallen sein. Der ATV wird ihm nun einen würdigen Rahmen geben und eine Erläuterungstafel aufstellen. Für die Übergabefeier ist ein Programm mit jüdischer Musik geplant.

Ein weiteres Projekt des Altertumsvereins ist die mehrbändige Stadtgeschichte von Alzey. Im Jubiläumsjahr 2006 ist der erste Band, der die Römerzeit behandelt, erschienen. Drei weitere Bände sind in der Bearbeitung weit fortgeschritten, so dass mit ihrer Fertigstellung in naher Zukunft gerechnet werden kann. Da dieses Unternehmen die finanziellen Möglichkeiten des Vereins übersteigt, sei an dieser Stelle allen bisherigen Spendern für die Unterstützung gedankt. Weitere Zuwendungen für die Stadtgeschichte werden benötigt und dankbar entgegengenommen.

Gerhard Holzer

im Juli 2008